Accessibilité des musées d'Angers
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David d'Angers's portrait, Dévéria

Die Sammlungen

David d’Angers (Angers, 1788 – Paris, 1856)

Der 1788 in Angers geborene Pierre-Jean David war der Sohn eines Bildhauers und ein engagierter Republikaner. Bereits in der Zeichenschule von Angers wird man auf die Begabung des jungen David aufmerksam. Ab 1807 besucht er die École impériale des Beaux-Arts von Paris, wo er in das Atelier des Bildhauers Philippe-Laurent Roland und des Malers Jacques-Louis David aufgenommen wird. 1811 erhält er den Rompreis. Er verbringt vier Jahre in Italien und entdeckt die Kunst der Antike, die ihn stark beeinflussen wird. Nach seiner Rückkehr nach Paris 1817 verkehrt er in den künstlerischen und politischen Kreisen seiner Zeit. Auf dem Salon wird man auf ihn aufmerksam. Als Zeichen seines Dankes für das Stipendium, das er von der Stadt Angers für seine Ausbildung erhalten hatte, schenkt er 1820 seine Werke (großteils Gipsmodelle aus seiner Werkstatt) dem Musée des Beaux-Arts der Stadt.
Sein Denkmal für Bonchamps, das 1825 eingeweiht wird und das Monument zu Ehren von General Foy sind von Erfolg gekrönt. Er wird Mitglied des Institut de France und 1826 Professor an der École des beaux-arts von Paris. Aus eigenem Antrieb reist er quer durch Frankreich und Europa, um die Büsten bedeutender Politiker, Dichter und Denker, Künstler zu modelllieren. Durch den Triumphbogen in Marseille, der 1835 eingeweiht wird und die Ausschmückung des Giebelfeldes des Pantheons von 1830 bis 1837 festigt sich sein Ruf als offizieller Bildhauer. Im Auftrag verschiedener französischer Städte fertigt er rund vierzig Monumentalskulpturen an.
David fügt seinem Geburtsnamen den Namen der Stadt Angers hinzu, 1839 wird im Musée des Beaux-Arts die Galerie David d’Angers eingeweiht. Seine Schriften, die Porträts der großen Männer der Nation sowie seine politische Haltung zeugen von dem Engagement des Republikaners und Verfechters der Menschenrechte. 1848 nimmt er an der Revolution teil, 1851 geht er ins Exil und kehrt erst kurz vor seinem Tod nach Frankreich zurück, wo er 1856 in Paris stirbt.
1984 wird die Galerie David d’Angers in der renovierten Abteikirche Toussaint vom damaligen Präsidenten François Mitterrand eingeweiht.

Monumentalwerke und Zeichnungen

Vue d'ensemble de la galerie David d'Angers

Das Werk von David d’Angers ist auf ganz Frankreich und Europa verstreut; Anliegen der Galerie in Angers ist es, Gipsmodelle aus der Werkstatt des Künstlers von nahezu allen Skulpturen zu präsentieren. Das Gipsmodell ist die Vorstufe für den Bronzeguss, die Skulptur aus Marmor oder Stein. Es legt Zeugnis ab von der Denkweise und den Gesten des Künstlers. Im Allgemeinen werden sie zerstört, sobald die endgültige Plastik ausgeführt ist. David d’Angers und seine Familie übergaben sie dem Museum seiner Heimatstadt. Werke aus Marmor, Terakotta und Bronze sowie 3000 Zeichnungen vervollständigen den Bestand des Museums.

Im Hauptschiff werden 23 monumentale Skulpturen präsentiert: die Statue von Jean Bart, die der Bildhauer für Dunkerque anfertigte und die Statue von Gutenberg von Straßburg, sowie der Marquis von Bonchamps, der für das Grabmal des Generals der Vendeer in Saint Florent le Vieil ausgeführt wurde; auf dem Modell für das Giebelfeld des Pantheons sind jene Männer dargestellt, die gemäß David die republikanische Inschrift „Den großen Männern, das dankbare Vaterland” illustrieren.
Im Chor werden insbesondere kleinformatige Figuren aus Holz und Frühwerke ausgestellt. In den Schaukästen befinden sich 47 Statuetten und Zeichnungen, die die künstlerische Entwicklung des Bildhauers erkennen lassen.

Büsten und Medaillons

Busts

Im Chor der Abteikirche werden auf dem Zwischengeschoss die Büsten der Romantiker präsentiert, denen David begegnet ist.
Bei den 44 Büsten handelt es sich um Vorarbeiten aus Terrakotta oder Gips für die endgültigen Werken aus Marmor und Bronze. Die von Hand modellierten Terrakottafiguren muten sehr lebendig an und die Gipsmodelle zeichnen sich durch ihre Lebenskraft aus. Der fehlende Blickkontakt verleiht den Figuren etwas Zeitloses: Victor Hugo schrieb „Sie schicken mir die Unsterblichkeit”.
Die Büsten der Figuren sind lebensgroß oder überlebensgroß und zumeist unbekleidet, bisweilen tragen sie ein Kleidungsstück der Epoche oder ein symbolträchtiges Accessoire. David konzentriert sich ganz auf den Gesichtsausdruck und die Form des Schädels, die den damaligen physiognomischen Theorien zufolge Aufschluss über den Charakter des Modells geben soll. Er schreibt bezüglich der Büste von Chateaubriand: „Auf diese Weise wird das Innere des Menschen sichtbar gemacht. Die äußere Erscheinung erklärt sich durch die seelische Verfassung”. In Paris, wo David in den Salons verkehrte und im Ausland porträtierte der Künstler herausragende Persönlichkeiten - Intellektuelle, Politiker, Schriftsteller (Balzac, Chateaubriand, Victor Hugo …), Künstler, Wissenschaftler und auch einige Frauen -, die durch ihre Arbeit und ihr Engagement die Geschichte des 19. Jahrhunderts prägten.
In den Schaukästen werden rund hundert Bronzemedaillons präsentiert. Es sind ergreifende Porträts von Vertretern der Romantik wie George Sand, Rouget de l’Isle, Goethe … David schuf insgesamt ungefähr 550 Bronzemedaillons von Freunden und berühmten Persönlichkeiten, die sich durch ihr Werk oder ihr Engagement auszeichneten. Die kleinen Bildnisse haben einen Durchmesser von nur 25 cm. Durch die für Medaillons und Münzen typische Profilansicht kommt die Psychologie des Modells besonders zum Tragen. Zu jener Zeit wird durch die Erfindung der Fotografie die Darstellung des Menschen grundlegend beeinflusst.
Anhand dieser Skulpturen, die durch ihre klassische Ausführung bestechen, wird offensichtlich, dass David d’Angers bestrebt war, der Nachwelt Bildnisse von den herausragenden Persönlichkeiten der Geschichte zu hinterlassen. Sie alle setzten sich für die Menschenrechte und die Unabhängigkeit der Nationen ein.

Katalog David d’Angers portraitiste

(Katalog der Büsten von Pierre-Jean David d’Angers, die sich in der Galerie David d’Angers befinden)
Texte von Patrick le Nouëne, Catherine Lesseur, Véronique Boidard.
167 Seiten, 24,00 €

Sein ganzes Leben lang begeisterte sich David d’Angers für das Genie bedeutender Männer. Er porträtierte berühmte Dichter, Literaten, Künstler, Komponisten, Architekten, Politiker, Rechtsanwälte, Gelehrte seiner Zeit … Die Galerie David d’Angers besitzt 131 Büsten des Bildhauers aus Terrakotta, Marmor, Bronze und Gips. In diesem Katalog aus dem Jahr 2010 wird eine Auswahl dieser Arbeiten vorgestellt und das Werk und die in der Galerie David d’Angers befindlichen Sammlungen des Künstlers untersucht.

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