Accessibilité des musées d'Angers
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Die Sammlungen

Die Sammlung von Daniel Duclaux lädt zu einem Rundgang durch die verschiedenen künstlerischen Kreationen und Techniken ein. Während dieser Reise durch mehrere europäische Länder (Frankreich, Italien, Flandern, Deutschland …) werden auch die Beziehungen, die Europa mit dem Orient unterhielt, offensichtlich. Der Besucher erhält Einblick in die Entwicklung der Kunst vom 12. bis 16. Jahrhundert, vom Mittelalter bis zur Renaissance.
Im Laufe eines zweiten Rundgangs spannt sich der Bogen von der Renaissance bis zum Mittelalter. Er umfasst Kunstgegenstände der verschiedensten Techniken: spanisch-maurische und italienische Keramiken, italienische Bronzefiguren (15. Und 16. Jahrhundert), Emailarbeiten aus dem Limousin (17. Jahrhundert), Apostelköpfe aus Stein (13. Jahrhundert), polychrome Holzskulpturen aus dem 15. Jahrhundert, Tapisserien.

Einige Werke und Kunstgegenstände sind ganz besonders bemerkenswert. Zu der mittelalterlichen Skulpturensammlung gehört unter anderem eine außergewöhnliche Verkündigung Mariae der Schule von Siena aus dem beginnenden 15. Jahrhundert. Die anmutige Silhouette, die Ähnlichkeit mit der Verkündigung von San Gimignano aufweist, erinnert an die Kunst von Jacopo della Quercia. Manche Kunsthistoriker schreiben sie Giovanni di Turino zu (um 1385-1455).

Die Sammlung umfasst auch zahlreiche italienische Keramiken, darunter ein wunderschöner Teller aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, auf dem der Parnass dargestellt ist und der in Urbino hergestellt wurde. Er ist im Musée des Beaux-Arts von Angers zu sehen. Im Vordergrund kann man Pegasus erkennen und in der Mitte Apollo umgeben von den Musen und Dichtern. Als Inspirationsquelle für diese Komposition diente eine berühmte Radierung von Marcantonio Raimondi, die nach einer Zeichnung von Raffael entstanden war.

Zahlreiche Emailarbeiten ergänzen die Sammlung. Besonders bemerkenswert ist eine Schale mit Godronierung, die um 1500 in Venedig entstanden ist (Godronierung, französisch „Eierleiste”, bezeichnet bei Metallarbeiten ein Ornament mit halbrund nach außen getriebenen Rippen). Dieser kostbare Gegenstand war nur Fürstenhäusern vorbehalten.

Auch dem Mobiliar kam in der Sammlung von Daniel Duclaux große Bedeutung zu. Vertreten sind sowohl einfache als auch luxuriöse Möbelstücke wie beispielsweise ein zweiteiliger Schrank aus Nussbaum mit plastisch herausgearbeiteten Motiven, die die vier Jahreszeiten darstellen, für die Radierungen von Jacob Matham (Haarlem) als Vorbild dienten (um 1590/ Burgund).

Das eindrucksvollste Werk dieses Nachlasses ist zweifellos die großformatige Tapisserie La Condamnation de Banquet, die Anfang des 16. Jahrhunderts in Tournai gewebt wurde. Der Urheber des Kartons ist unbekannt. Man vermutet jedoch, dass der Tapisseriehändler und Werkstattleiter Jean Grenier daran beteiligt war. Das Stück ist ein Fragment eines größeren Werks, für das das allegorische Theaterstück La Condamnation de Banquet (1507) von Nicolas de La Chesnay als Vorbild diente. Banquet überlistet seine Gäste, die sich dem Laster der Gaumenlust und Trunksucht hingeben. Sie werden mit Krankheit und Verdauungsproblemen bestraft; der Urheber wird für seine Tat verurteilt. Auf der Tapisserie von Angers ist zu sehen, wie die Gäste während des Banketts von Krankheiten heimgesucht werden.

Die Tapisserien aus dem Nachlass von Daniel Duclaux und die bedeutende Sammlung alter Stoffe sind eine Bereicherung der Sammlungen des Musées d’Angers. Sie vermitteln Sie einen kompletten Überblick über die Entwicklung der Textilkunst im Mittelalter.

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